Seit 1985 führt der Nicaragua-Verein Düsseldorf e.V. erfolgreich Projekte in Nicaragua und seit 1996 auch in Honduras durch. Alle Projekte werden von unseren Partnerinnen selbst geplant und durchgeführt. Unsere PartnerInnen sind Basisorganisationen, die sich gegen wachsende Verelendung und die ungerechten sozialen Verhältnisse wehren.
Die Projekte wurden zeitweise aus Mitteln des Landes NRW und der Stadt Düsseldorf unterstützt.
"Das Brot des Wissens weitergeben."
"Zentrum für Erziehung und integrierte Ausbildung Schwester Maura Clarke" mit Alphabetierung und Grundschule für Erwachsene in Ciudad Sandino/Nicaragua.
Jährlich nehmen ca. 2000 Schülerinnen und Schüler am Programm teil. Ungefähr die Hälfte davon sind Frauen, eine sehr günstige Quote bezogen auf die Verhältnisse im Lande.
Seit 2009 können auf Anweisung des Erziehungsministeriums keine arbeitenden Kinder mehr am Programm von CECIM teilnehmen, da diese in die reguläre Schule gehen sollen - was leider bei vielen nicht möglich ist. - S. Rundbrief 11-2009 download S.3
CECIM bietet Erwachsenen die Möglichkeit die Grundschule nachzuholen. Die Abschlüsse sind staatlich anerkannt.
Im Lernkollektiv von CECIM:Der Unterricht findet wohnortnah am frühen Abend statt. ..................er Bei CECIM ist der Unterricht kostenlos. Es werden Lernkollektive mit 10 bis 15 Schülerinnen gebildet. Der Unterricht findet in öffentlichen Räumen, wie kirchlichen Einrichtungen und in privaten Hütten statt. .
Feierliche Zeugnisübergabe bei CECIM Das Programm hat eine einzig-artige Bedeutung - es bewirkt eine massive Reduktion des Analpha-betismus in Ciudad Sandino. Es ist auch ein Programm gegen die tägliche Gewalt. Im Programm von CECIM lernen die TeilnehmerInnen nicht nur den Schulstoff der Grundschule.
"Das Programm geht weit darüber hinaus. Die Lebensgewohnheiten und das Verhalten der TeilnehmerInnen werden positiv beeinflusst. Das wirkt sich aus auf die persönliche und familiäre Gesundheit. (Stichwort: Gewalt in der Familie) - Die Frauen mit mehr Ausbildung haben weniger Kinder und sind besser darauf vorbereitet, mehr für Gesundheit und Erziehung zu tun." schrieb uns Isabel Sanchez, die Leiterin von CECIM.
CECIM konnte dank ausländischer Unterstützung und dem unermüdlichen Einsatz der Projekt-MitarbeiterInnen das Programm seit seiner Entstehung 1980 erfolgreich fortsetzen. Im Jahr 1980 wurde nach dem Sieg der sandinistischen Revolution der Alphabetisierungskreuzzug im ganzen Lande, wie auch in Ciudad Sandino, durchgeführt. Die Analphabetenquote wurde von landesweit 56% auf 12% gesenkt.
Das Programm von CECIM umfaßt ausserdem:
Kurse für Frauen, wie Konditorei, in einem Bildungszentrum.
Wirtschaftsschule mit Computer-Lehrgängen in den gängigen Programmen.
Freizeitkurse für Jugendliche und Kinder in Tanzen, Musik, Sport u.a..
Kleinstkreditprogramm für Frauen:. Die Rückzahlungsquote liegt bei (guten) 85%, denn die Verantwortlichen dieses Programmes kennen die Kreditnehmerinnen sehr gut und können ihre Zuverlässigkeit einschätzen. Die Zinsen betragen 1,5% p.a.. Die Rückzahlungen (Zinsen entsprechend) werden monatlich nachgehalten. Die Minikredite werden für berufsbezogene Massnahmen vergeben, wie Anschaffung einer Backausstattung. Aber auch für private Massnahmen, wie ein neues Hausdach, Anschaffung von Betten o.ä. gibt es die Minikredite. CECIM kann aus Geldmangel nicht alle Minikredit-Anfragen erfüllen.
Schule Maura Clarke mit Vor-, Grund- und weiterführender Schule. Sie liegt in einem armen Stadtteil. SchülerInnen aus armen Familien können ein Stipendium erhalten, die anderen zahlen, wie an anderen Privatschulen Schulgeld. Anders ist die Einrichtung nicht finanzierbar. Die Schule hat einen sehr guten Ruf. (750 SchülerInnen)
Ein neues Projekt ist ein Mädchenhaus. Hier sollen misshandelte und missbrauchte Mädchen für ein Jahr leben können. Das Projekt ist ein Novum in Nicaragua. Viele Probleme sind hier noch zu lösen. Das Projekt wird vom Werkhof e.V., Darmstadt, mit BMZ-Mitteln finanziert.Für das Programm von CECIM besteht weiterhin grosser Bedarf.
Mehr Informationen: Siehe downloads Rundbriefe (RuBr-MM-JJ)
"Kollektiv von Frauen aus Honduras" in Choloma und San Pedro Sula -
CODEMUH unterstützt insbesondere die Arbeiterinnen der Maquila-Betriebe.
Bei den Maquila-Betrieben handelt es sich um Weltmarktfabriken, die den Sonderwirtschaftszonen für ausländische Auftraggeber Bekleidung fertigen. In den Sonderwirtschaftszonen haben die Betriebe u.a. grosse Steuervorteile. Die Unternehmen versuchen ständig die nationalen Arbeitsrechte zu unterlaufen, z.B. was die Gründung von Gewerkschaften betrifft. Arbeitsschutzbestimmungen, wie die Begrenzung der Arbeitszeit, werden ständig missachtet. Es werden nur Frauen zwischen 18 und 25 Jahren eingestellt. Die Löhne reichen keineswegs aus, um eine Familie zu ernähren. Die Frauen sind häufigen Schikanen und sexuellen Belästigungen seitens der Aufseher ausgesetzt.
Bei CODEMUH sind über 1800 Frauen organisiert. CODEMUH arbeitet schwerpunkt mäßig für und mit Frauen aus den Maquilas, ist aber im Prinzip für alle Frauen offen. Die Organisation initiiert Frauenselbsthilfegruppen, veranstaltet Gruppentreffen, Seminare und Workshops zu spezifischen Themen, u.a. zu Gesundheit, Sexualität, Gewalt gegen Frauen, Rechte der Frauen etc..
In Bezug auf die Arbeit in den Maquilas wird Aufklärung betrieben über Arbeitsrechte, soziale Rechte von Frauen, Unterstützung und juristische Hilfe bei Rechtsklagen, Entlassungen, Diskriminierungen, Gewaltanwendung oder -androhungen. Bei CODEMUH sind über 1800 Frauen organisiert.
Viele Frauen beteiligen sich zum ersten Mal in ihrem Leben an öffentlichen Aktionen, z.B. am 1. Mai und am internationalen Frauentag. "Am meisten freut es die aktiven Frauen, dass sie sich selbst an Aktionen beteiligen können...", schrieb uns Maria Luisa Regalado, die Leiterin von CODEMUH. Die Frauen nehmen teil an den öffentlichen Aktionen zum 1.Mai, zum internationalen Frauentag, zum Gesundheitstag. Für viele von ihnen ist es das erste Mal im in ihrem Leben, dass sie öffentlich aktiv sind.
Die Frauen engagieren sich auch in örtlichen Einrichtungen, wie den solidarischen Kreditfonds, die Kleinstkredite für eine Erwerbsmöglichkeit o.ä. vergeben. Sie nehmen teil an öffentlichen Gemeinderatssitzungen. In der Gemeinde Choloma wurde so 2004 die Einrichtungen eines kommunalen Frauenbüros erreicht, das die Frauen z.B. im Falle von Gewalt in der Familie unterstützen soll.